Fanseite City-Tunnel Leipzig
erstellt von Frank Eritt
Freitag, 28.04.2017
 

City-Tunnel Leipzig - Tachymetrische Messung

 

Als Tachymeter bezeichnet man ein Instrument zur polaren räumlichen Aufnahme von Zielpunkten, welche auf den Instrumentenstandpunkt, auf die Standpunkthöhe und auf die eine Bezugsrichtung bezogen werden.
Aus den polaren Aufnahmewerten können durch Transformation rechtwinklige Koordinaten werden.

Tachymeter

Unterscheidung der Tachymeter

  • Optisch – mechanische Tachymeter (Theodolite oder Bussolen mit einer speziellen optischen Distanzmesseinrichtung)
  • Optisch – elektronische Tachymeter (Kombination von optischen Theodolit mit einem elektro-optischen Distanzmesser in integrierter oder baukastenähnlicher Bauweise. Die Kreisablesung erfolgt in herkömmlicher Weise, die Distanzmessung erfolgt separat.)
  • Elektronische Tachymeter (elektronische Erfassung aller Messwerte und Weiterverarbeitung im internen Rechner)

Optisch – mechanische und optisch – elektronische Tachymeter haben in der geodätischen Praxis an Bedeutung verloren.
Am City-Tunnel Leipzig werden nur elektronische Tachymeter eingesetzt.

Elektronische Tachymeter

Elektronische Tachymeter messen die Richtungen nach dem Zielvorgang selbsttätig, die Distanzen werden durch elektronische Distanzmessung ermittelt. Dabei wird entweder nur die Laufzeit oder bei präziseren Tachymetern Laufzeit und Phasenverschiebung eines ausgesandten und im Zielpunkt reflektierten Lichtstrahls gemessen. Das Licht der Trägerwelle liegt im infraroten Bereich oder im nahen Infrarot des Lichtspektrums. Die Reflexion des Lichtstrahls im Zielpunkt erfolgt in einem angezielten Prisma (je nach Größe des Prismas Reichweiten bis etwa 10 km) oder auf reflektierende Folien (Reichweite wenige hundert Meter).
Moderne Tachymeter sind optional mit Laserentfernungsmessern ausgestattet, die reflektorlos auf nahezu jeder Oberfläche messen können.

Elektronische Winkelbestimmung

Die Ablesung der Horizontal- und Vertikalrichtungen erfolgt bei elektronischen Theodoliten und Tachymetern mittels elektronischer Teilkreisabgriffsverfahren, wobei vorwiegend die optoelektronischen Verfahren

  • Codeverfahren
  • Inkrementalverfahren und
  • Dynamisches Verfahren

Anwendung finden.

Leistungsfähigkeit des elektronischen Tachymeters

  • Weisen alle Bedienelemente eines Theodoliten auf
  • Verarbeiten alle gemessenen Daten im Mikroprozessor
  • Ermöglichen mittels Standardsoftware oder zusätzlicher Applikationssoftware die Lösung vielfältiger geodätischer Probleme
  • Gestatten durch grafikfähige Displays und Tastaturen den Aufbau einer interaktiven TotalStation
  • Kompensieren automatisch Instrumentenfehler und atmosphärische Korrekturen
  • Speichern alle Messwerte

Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete der Tachymetermessung sind Rutschungshänge, Stauanlagen, Hoch- und Ingenieurbauten sowie Türme und Brücken.

Tachymetermessung beim City-Tunnel Leipzig

Beim Projekt City-Tunnel Leipzig kommen Tachymetrische Messungen bei der Überwachung der Station sbauwerke sowie der Schildtunnelabschnitte zum Einsatz.
Die Überwachungsmessungen werden dabei an das übergebene Grundlagennetz angeschlossen. Dieses wurde im Zuge der Baumaßnahme verdichtet.

Grobe Beschreibung des Messablaufes beim City-Tunnel Leipzig

Dazu werden drei unabhängige Messkampagnen an verschiedenen Tagen, zu unterschiedlichen Uhrzeiten und zu unterschiedlichen Messungsbedingungen beobachtet. Pro Standpunkt müssen mindestens zwei Vollsätze beobachtet werden, besser sind drei, um die Fehler zu minimieren. Weiterhin werden zusätzlich alle direkt oder exzentrisch messbaren Richtungs- und Distanzbeobachtungen ausgeführt.

Genauigkeitsforderungen beim City-Tunnel Leipzig

Die Messgenauigkeit ist abhängig von der Güte des Grundlagennetzes und der verwendeten Messgeräte. Prinzipiell können Genauigkeiten bis in den Millimeterbereich erzielt werden.

Beim City-Tunnel Leipzig dürfen nur Präzisionstachymeter mit folgenden Genauigkeiten eingesetzt werden:

  • Winkelgenauigkeit 0,5“ (0,15 mgon)
  • Streckenmessgenauigkeit 1mm + 1ppm
  • Omniprismen zur Überwachung von Spund- und Schlitzwänden

Diese Genauigkeiten werden mit den Leica Tachymetern der Baureihe TCA 2003 erreicht.
Weiterhin werden nur Präzisionsprismen mit einer Schliffgenauigkeit von 1“ für den Glaskörper eingesetzt

Tachyspiegel

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Bilder und Text Jens Karthäuser - letzte Änderung 19.07.2015 - 12:07