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City-Tunnel Leipzig - Vermessung

Aufgrund vieler Gespräche mit Passanten und deren Fragen zum Thema Vermessungstechnik, haben wir uns entschlossen, auf dieser Seite das interessante Thema näher vorzustellen und die einzelnen Verfahren zu erläutern.

Die Rubrik Vermessung wurde von Dipl. Ing. (FH) Jens Karthäuser ausgearbeitet. Er arbeitete von 2005 - 08/2008 im Fachbereich Vermessung des City-Tunnel und ist seit 09/2008 in Australien auf Großbaustellen anzutreffen.

Jens
Jens Karthäuser

Messverfahren

Die unten aufgeführten Seiten enthalten spezielle vermessungstechnische Begriffe. Auf einer gesonderten Seite können Sie sich über die grundlegenden vermessungstechnischen Begriffe informieren.
Grundlagen der Vermessungkunde Grundlagen der Fehlerkunde Grundlagen der Instrumentenkunde

Geodätische Messverfahren:
Nivellement
Tachymeter
GPS-Messung

Geotechnische Messverfahren:
Schlauchwaagen
Inklinometermessung
Trivecmessung


BDM - Bewegungs- und Deformationsmonitoring

Bei einem Projekt dieser Dimensionen werden an die vermessungstechnische Beweissicherung an den Gebäuden und technischen Einrichtungen sehr große Anforderungen gestellt. Dabei müssen an Gebäuden, an den im Setzungsbereich des Schildtunnels befindlichen technischen Einrichtungen, wie Gleisanlagen der Straßenbahn, sowie an verschiedensten Bauteilen der neuen Stationsbauwerke, vielfältige Überwachungsmessungen durchgeführt werden.
Vorab wäre zu klären, dass es bei zahlreichen Gebäuden, die innerhalb der prognostizierten Setzungsmulde liegen, zu Deformationen kommen kann. Um denen entgegenzuwirken, wurden in der Stadt Leipzig unter den betroffenen Gebäuden aus insgesamt 16 Schächten (siehe Bild) Horizontalbohrungen durchgeführt. Die Setzungen werden durch Hebungsinjektionen mit dem Compensation-Grounting-Verfahren (CGV) kompensiert. Insgesamt werden in Leipzig 31 Gebäude aktiv durch Schlauchwaagen überwacht und 30 passiv mittels Höhenbolzen und Reflektoren.
weitere Informationen zu Verpressschächten

 

Messprogramm

In der Ausschreibung des City-Tunnels Leipzig wurden durch den Bauherrn umfassende detaillierte Messprogramme zum BDM verlangt. Um dieses bewerkstelligen zu können, wurden die Messprogramme in vier Bereiche eingeteilt:

  • Messprogramm Teil A: Oberfläche und Baugrund im Bereich der Setzungsmulde
  • Messprogramm Teil B: Ver- und Entsorgungseinrichtung im Bereich der Setzungsmulde
  • Messprogramm Teil C: Im Einflussbereich liegende Bauwerke entlang der Schildstrecke und der Stationen
  • Messprogramm zur aktiven Sicherung: Gebäude, die sich im Bereich der aktiven Sicherung befinden
Ausgewählte Punkte des Messprogramms:
  • Zweck und Definition der Messaufgabe, Bezeichnung der interessierenden Größen
  • Genauigkeitsanforderungen an die Messaufgabe
  • Plan mit den einzurichtenden Messstellen
  • Beschreibung der Lage und der Einbaurichtung der Messeinrichtungen
  • Bezeichnung aller Messzeitpunkte
  • Beschreibung der Versorgung der Messeinrichtungen

Verdichtung des Grundlagennetzes

Als Grundlage für alle nachfolgenden BDM – Messungen wurde das übergebene Grundlagennetz, bestehend aus 25 Hauptpunkten, 18 Polygonpunkten und zahlreichen Hilfspunkten so verdichtet, dass hiervon alle BDM – Messungen durchgeführt werden können.

 
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Persönliche Homepage webseite Zähler Bilder und Text Jens Karthäuser - letzte Änderung 22.09.2008 - 22:09